Klinik für Augenheilkunde

Hornhautchirurgie

Hornhaut

Die Hornhaut ist das Fenster des Auges nach außen und eine der wichtigsten Strukturen für das Sehvermögen. Verliert die Hornhaut durch Verletzungen, Altersveränderungen oder Infektionen ihre Transparenz, kommt es häufig zu einer erheblichen und mitunter irreversiblen Beeinträchtigung des Sehens. In solchen Fällen kann eine gezielte Behandlung oder – wenn notwendig – der Austausch der Hornhaut gegen eine klare Spenderhornhaut helfen.

Wir bieten mit modernsten Geräten eine ausführliche Diagnostik sowie eine individuelle Beratung und Behandlung bei Erkrankungen der Hornhaut an.

Welche Erkrankungen der Hornhaut behandeln wir?

Sie erhalten bei uns eine ausführliche Untersuchung, Beratung und Behandlung bei folgenden Erkrankungen:

  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
  • Hornhautinfektionen
  • Hornhauttrübungen und Hornhautnarben
  • Keratokonus
  • Hornhautdegenerationen
  • Flügelfell (Pterygium)

Diagnostisches Angebot

Für die Diagnostik der Hornhaut stehen uns moderne Untersuchungsverfahren zur Verfügung, darunter:

  • Fotodokumentation der Hornhaut
  • Hornhaut‑Endothelmikroskopie
  • Hornhauttopographie
  • Hornhaut‑Pachymetrie
  • Optische Kohärenztomographie (OCT) der Hornhaut

Therapeutisches Angebot

Auf Basis einer ausführlichen Diagnostik beraten wir Sie individuell über konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten.

Operative Behandlung der Hornhaut

Unsere operativen Leistungen umfassen mikrochirurgische Eingriffe an der Hornhaut und der Bindehaut. Dazu gehören:

Perforierende Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
DMEK (lamelläre Hornhauttransplantation)
Crosslinking
Flügelfellentfernung (Pterygiumexzision)
Mikrochirurgie der Hornhaut und Bindehaut

Hornhauttransplantation

Verliert die Hornhaut dauerhaft ihre Transparenz, kann ein Austausch gegen eine gesunde, klare Spenderhornhaut notwendig werden. Je nach Ursache erfolgt dies mittels einer lamellären oder einer perforierenden Hornhauttransplantation. In Deutschland werden jährlich etwa 4.000 bis 5.000 Hornhauttransplantationen durchgeführt. In unserer Klinik erfolgt dieser Eingriff mehr als 100‑mal pro Jahr.

Für die Operation ist – wie bei allen Eingriffen am Auge – ein hohes Maß an Präzision erforderlich. Mit einem Rundmesser, dem sogenannten Trepan, oder mit dem Femtosekundenlaser wird die erkrankte Hornhaut entfernt. Anschließend wird die klare Spenderhornhaut passgenau eingesetzt und unter dem Operationsmikroskop mit extrem feinem Nahtmaterial fixiert, das dünner als ein Haar ist.

Die Operation dauert in der Regel etwa 30 Minuten und wird meist in Vollnarkose durchgeführt. Die Hornhauttransplantation ist die älteste Transplantation beim Menschen und wurde bereits 1905 erstmals erfolgreich vorgenommen.

In rund 90 Prozent der Fälle gelingt die Hornhauttransplantation problemlos. Abstoßungsreaktionen sind selten, da die Hornhaut keine Blutgefäße enthält. Ihre Versorgung erfolgt über den Tränenfilm. Abwehrzellen, die eine Abstoßung verursachen können, befinden sich hingegen im Blut.

In seltenen Fällen, etwa wenn durch eine Vorerkrankung Blutgefäße in die Hornhaut eingewachsen sind, kann das Abstoßungsrisiko erhöht sein. In diesen Situationen werden die Spenderhornhäute besonders sorgfältig ausgewählt, um eine möglichst hohe Gewebeverträglichkeit zu erreichen und das Risiko zu reduzieren.

DMEK – Lamelläre Hornhauttransplantation

Moderne Verfahren der Hornhauttransplantation ermöglichen heute, nur einzelne Schichten der Hornhaut zu ersetzen. Bei der sogenannten DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) wird ausschließlich die innerste Schicht der Hornhaut, das Endothel, transplantiert.

Diese Methode gilt bei der Fuchs’schen Endotheldystrophie als Standardverfahren. Bei dieser Erkrankung sind die Endothelzellen, die für den Abtransport von Flüssigkeit aus der Hornhaut verantwortlich sind, vermindert. Die Hornhaut schwillt an, was zu einer deutlichen Sehverschlechterung führt.

Die DMEK ist ein besonders schonendes Verfahren mit schnellerem Heilungsverlauf und einem geringeren Risiko für Abstoßungsreaktionen im Vergleich zur vollständigen Hornhauttransplantation.

Dr. Christian Scheib FEBO

Prof. Dr. Wolfgang Lieb

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